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Natürlich schön

Unsere Haut wird mit echten Pflanzenöl-Cremes besonders gut gepflegt

Diese Kosmetik verzichtet im Gegensatz zu konventionellen Produkten auf Mineral- und Silikonöle

Strahlend schön sollte meine Haut sein. Stattdessen blühten kleine rote Pickel auf meiner Stirn. Ich war 14 Jahre alt und total verzweifelt. Die Waschgele und Cremes die ich benutzte, stellten mich nicht zufrieden, die Pickel waren immer noch da. In der Fernsehsendung "Hobbythek" erklärte mir Jean Pütz, dass Teebaumöl sehr gut gegen pickelige Haut sei. Ich hatte nichts zu verlieren und ließ mich auf dieses Experiment ein. Das neue ätherische Öl träufelte ich in Jogurt und trug diese Mischung als Maske auf mein Gesicht auf. In akuten Fällen tupfte ich das Öl pur auf den Pickel. Es wirkte, nach ein paar Wochen wurde mein Hautbild klarer.

Meine Neugier für selbstgemachte Kosmetik war geweckt. "Das große Buch der Naturkosmetik" wurde meine Lieblingslektüre. Geschrieben hat es die Journalistin und Schriftstellerin Stephanie Faber. Ab den 70er Jahren hat sie verschiedene Bücher über natürliche Kosmetik veröffentlicht, die zu Bestsellern wurden. Mit ihren Rezepten rührte ich Cremes gegen unreine Haut zusammen.

Während die Hauptbestandteile von den Cremes, die Stephanie Faber entwickelte, Pflanzenöle, Bienenwachs, Kakaobutter, Wollfett und Rosenblütenwasser waren, enthalten heutige Naturkosmetika Aloe Vera, Granatapfelsamenöl, Extrakte aus der Cashewnuss oder Hyaluronsäure.

Heute ist die Bereitschaft, ein natürliches Kosmetikprodukt in den Einkaufswagen zu legen, gestiegen. Nach Angaben einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung kauft ein Fünftel aller Deutschen mittlerweile Naturkosmetik, und täglich werden es mehr. Im Jahr 2009 gaben die Verbraucher in Deutschland laut Branchenexperte "Naturkosmetik Konzepte" rund 672 Millionen Euro für natürliche Kosmetik aus - fast 10 Prozent mehr als 2008.

Der Hauptunterschied zur konventionellen Kosmetik ist, dass Naturkosmetik auf synthetische Konservierungsstoffe, Mineral- und Silikonöle verzichtet. Das am häufigsten verwendete Mineralöl ist Paraffinum Liquidum. Es wird durch Destillation aus Erdöl gewonnen und ist im Gegensatz zu Pflanzenölen sehr preiswert.

Für die Schönheitsmedizinerin Dr. Barbara Sturm aus Düsseldorf haben Mineralöle in einer Creme nichts zu suchen, "weil sie wie ein Film auf der Haut liegen und ihr Feuchtigkeit entziehen. Dadurch werden die eigenen Regulierungsmechanismen der Haut gestört." Die Haut wird trockener, woraufhin man sich immer wieder das Gesicht mit der Creme eincremt, was aber langfristig nicht zu einer Verbesserung führt. Barbara Sturm sieht einen klaren Zusammenhang zwischen dem jahrelangen Verwenden von Cremes mit Mineralölen und Duftstoffen und empfindlicher Haut. "Ich beobachte bei meinen Patientinnen, dass ihre Haut schuppt. Durch verstopfte Talgdrüsen, kommt es zu Mitessern, Pickeln und letztendlich zu vergrößerten Poren." Das Ziel einer richtigen Gesichtspflege sei es, dass die Haut auch ohne Creme nicht spannt, und dass die Talgproduktion von selbst funktioniert. Sturm rät Frauen mit gereizter Haut, ihr Gesicht "nicht immer mit Make-up zu verdecken. Lassen Sie Ihre Haut auch mal atmen." Abends sollte nach Empfehlung der Ärztin das Gesicht mit einem milden Reinigungsschaum gründlich gereinigt werden und mit einer reichhaltigen Creme ohne Mineralöle, Duftstoffe und wenig Konservierungsstoffen gepflegt werden. "Wenn eine Creme 24 Monate haltbar ist, dann lassen Sie die Finger davon, weil sie zu viele Konservierungsstoffe enthält, die die Haut reizen können", sagt Sturm. Die Haut ist unser größtes Organ und sie nimmt bestimmte Stoffe auf. Seien Sie deswegen aufmerksam und schauen auf die Inhaltsstoffe ihrer Creme.

Autor: Pinar Abut - Welt Online.de - 07.11.2011


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